Der Mensch hat die Höhlen auf die eine oder andere Art bereits vor langer Zeit genutzt. Eigentliche Wohnstätten finden sich in Obwalden nicht, dafür war das Klima zu ungünstig. Die ersten Spuren und Belege des Menschen in Obwaldner Höhlen reichen einige hundert Jahre zurück. Dazu gehören sagenumwobene Geschichten z.B. über das Fikenloch, Melchsee-Frutt.
Die Chronik der Schweizer Höhlenforschung hat ihren Ursprung in Obwalden: Conrad Gesner (1516 – 1565) beschrieb im Jahr 1555 die Mondmilch der Mondhöhle (heute Mondmilchloch genannt) am Pilatus auf Alpnacher Boden. Deshalb stammen von dieser Höhle auch die ältesten Höhlenpläne der Schweiz. Es sind historische Dokumente von besonderer Aussagekraft.
Mondmilch für medizinische Zwecke
Die Mondmilch war im Mittelalter für medizinische Zwecke äusserst gefragt. Deshalb gab es verwegene Leute, die sich in die Höhlen wagten, um diese weiss leuchtende, wässrige Kalkkonkretion an den Höhlenwänden abzubauen. Der Abbau fand im Mondmilchloch statt. Neuerdings hat die Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel (HGT) auch in der Höhle S4 am Schwarzhorn, Melchsee-Frutt, sowie im Fäschflüeloch, Lungern, Abbauspuren gefunden.
Höhlen als Versteck in Kriegszeiten
Von Engelberg gibt es Überlieferungen aus dem Benediktiner Kloster, dass eine Höhle als Versteck für Bücher aus der berühmten Klosterbibliothek benutzt worden ist. Diese Begebenheit soll sich in der «Franzosenzeit» von 1798/99 zugetragen haben. Klostereigene Recherchen in den 1940er-Jahren erbrachten einen negativen Befund. Der Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel (HGT) sind in den 1990er-Jahren Hinweise zugetragen worden, dass damals am falschen Ort nach Spuren gesucht worden ist. Jetzt soll die Geschichte der «Fluchtbibliothek» nochmals neu aufgerollt und nach Spuren im Gelände gesucht werden.
Historische Nutzung von Höhlen
Der Mensch war schon immer bestrebt, die Natur nach seinen Möglichkeiten zu nutzen. Im Kanton Obwalden gibt es exemplarische Beispiele dafür. So befand sich am Anfang des letzten Jahrhunderts auf der Melchsee-Frutt das höchstgelegene Wasserkraftwerk Europas. Mittels einer durch den Wasserfall ins Stäubiloch angetriebenen Turbine wurde elektrisches Licht für das Hotel Reinhard erzeugt. Eine wahre Pionierleistung.
Unmittelbar beim Stäubiloch bestand vor Jahrzehnten ein Kühlkühler des Hotels Reinhard, und zwar aus einer Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts, als das Hotel noch nicht mit festem Mauerwerk gebaut war. Von diesem Kühlkeller, der im Zusammenhang mit der Höhlenforschung Anfang der 1990er-Jahre entdeckt wurde, besteht noch ein vollständiges Naturstein-Mauergewölbe.
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