Anstieg der Höhlentemperaturen
Grosse Karsthöhlen sind bedingt durch den Druckunterschied von höher und tiefer gelegenen Höhleneingängen stark bewettert. Die Höhlentemperatur ist in der Regel sehr konstant – sie variiert im Jahresverlauf nur um Zehntelsgrade, da sich die Höhlenlufttemperatur an jene der Felstemperatur angleicht.
Die Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel hat 1989 begonnen, mit damals neuester Logger-Technologie, die erstmals für solche Zwecke eingesetzt wurde, an verschiedenen Orten in den Karsthöhlen der Melchsee-Frutt die Temperatur der Höhlenluft im Stundentakt zu messen. Heute liegt eine Messwert-Zahlenreihe vor wie aus keiner anderen Höhle der Schweiz. Durch die Langzeitmessungen lassen sich Trends im Höhlenklima ablesen. Resultat: Innerhalb von 10 Jahren ist die Höhlen-Lufttemperatur massiv gestiegen.
Studien über die Höhlenbewetterung
Im Winter steigt die gegenüber der Aussentemperatur relativ wärmere Höhlenluft auf (Kamineffekt). Deshalb taut in grossen Höhlensystemen an hochgelegenen Höhlenausgängen der Schnee auf. Im Gegenzug wird die Aussenluft bei tiefen Höhleneingängen angesogen, was zu einer Unterkühlung führt (Ausgangslage für Eishöhlen).
In einem über Jahre dauernden Projekt hat die Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel (HGT) die Höhlenbewetterung mit Infrarot-Aufnahmen nachgewiesen. Zur Erfassung wurden verschiedene Technologien eingesetzt. Das Resultat ist bemerkenswert. Die Höhlenluft lässt sich mittels Infrarot-Detektion sogar unter der geschlossenen Schneedecke feststellen. Diese Erkenntnisse lassen sich beispielsweise für die Suche nach Wasser in Wüstengebieten umsetzen.
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